Seinen eigentlichen Aufschwung erfuhr Burg erst nach harten Nachkriegsjahren um die Zeit nach 1955. Die besseren Weinpreise der letzten Jahre, die meist ertragreichen Ernten, die Technisierung der Betriebe und der zunehmende Fremdenverkehr wirkten sich vorteilhaft auf die finanzielle Lage der Winzerfamilien und der Zivilgemeinde aus.

Burg ist heute mit seinen rund 500. Einwohnern ein reiner Weinbau- und Fremdenverkehrsort. Die Größe der gesamten Gemarkung beträgt 361,83 ha, davon entfallen 111,94 ha auf die Weinberge, zu 70 Prozent mit Riesling- und 30 Prozent mit Müller-Thurgau-Rebsorten bepflanzt, 102,88 ha auf den Wald, 83,32 ha auf Ländereien – meist im Besitz der Gemeinde – und 63,69 ha auf sonstige Flächen.
Die Bewohner von Burg sind wie in alter Zeit auch heute noch weithin als strebsame Leute bekannt. Die Leistungen der vergangenen Jahre bestätigen ihren Fleiß.

1956 Schulhausneubau
1957 Bau eines Lehrerwohnhauses
1959 Ausbau der Weinbergswege
1961 Übergabe eines neuen Sportplatzes
1962 Beschluss der Gesamtflurbereinigung, die 1971 abgeschlossen werden kann.
1963 Einführung eines Wein- und Heimatfestes, um für den Burger Wein zu werben.
1964 Gärtnerische Gestaltung des Moselvorgeländes und Vergrößerung des Schulhofes.
1965 Friedhofserweiterung, Anlage eines Kinderspielplatzes und Errichtung einer neuen Raiffeisenkasse.
1966 Bau einer neuen Leichenhalle
1967 Beginn der Ortskanalisation
1968 ist der erste Teilabschnitt beendet, Gründung eines Volksbildungswerkes zur Weiterbildung.
1969 Umbau des Pfarrheims und Beginn der Bauarbeiten in der Kirche
1998 Fertigstellung Dorfgemeinschaftshaus – Eröffnung Touristinformation
2005 Bau und Inbetriebnahme der Wassertretanlage
2007 Teilnahme an dem SWF Hammerdorfendscheid

Durch die Erschließung von neuem Baugelände konnte sich das Dorf bis zur Grenze von Enkirch hin erweitern und erhielt durch den Bau von 25 neuen Aussiedlerhöfen ein völlig neues Aussehen
Wer historische Gebäude oder Fachwerkhäuser in Burg sucht, kommt kaum noch auf seine Rechnung, denn ihre Zahl ist verschwindend gering.

Burg_Mosel_Foto_37Nicht weit von der Kirche steht in der Oberstraße das Pfarrhaus, ein stattlicher, zweigeschossiger Massivbau mit gebrochenem Dach. Über dem zweiflügligen Rokokotor, eine ehemalige Tür des Mullayerhofes auf der gegenüberliegenden Moselseite, sieht man auf einer steinernen Wappentafel die Insignien der Abtei Mettlach, der einst das Haus gehörte: im Schild drei Pfähle und ein Herzschild mit dem Heiligen Rock. Auf dem Sturz der Innentür ist eine abgemeißelte Inschrift, erkennbar noch die Jahreszahl 1725.

In die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg führt ein reicherer Fachwerkbau, das Haus des Peter Konrath, eine ehemalige Bäckerei. Die Dreifenstergruppen haben geschnitzte Brüstungsfelder und weisen die Jahreszahl 1669 auf. Auch die Zeichen der Bäcker, Brezel und Wecken, sind an dem geschnitzten Fensterrahmen angebracht.
Leider ist dieses Haus in Burg nicht mehr zu sehen, denn es wurde wegen Baufälligkeit zum Abbruch freigegeben.

Trotzdem hat der Ort unverfälscht seine Eigenart erhalten, denn die neuen Häuser und auch die älteren – meist renoviert – tragen keine schreienden Farben, sondern passen sich dem Grün der Weinberge und Gärten in grauen, gelben und braunen Tönen an, und überall blühen, wie in den Moseldörfern üblich, vor den Hauseingängen und auf den Terrassen der Winzerhäuser die Oleanderbüsche und versprechen, wenn sie üppig blühen, einen reichen Weinherbst, wie ein Winzer versicherte.